Der schleichende Abschied von der kleinen (ländlichen) Bank?

Sieben Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2008 haben die Volks- und Raiffeisenbanken ein beunruhigendes Bild von der seither erfolgten staatlichen Regulierung gezeichnet. Grundlage dieser Annahme bildet ein Gutachten der Frankfurter Goethe-Universität, welches durch den Genossenschaftsverband in Auftrag gegeben wurde.
Das könnte auch Folgen für die Bankkunden haben: "Im Augenblick haben wir im Verband noch 1047 Genossenschaftsbanken in Deutschland. Die Zahl wird in absehbarer Zeit 1000 unterschreiten", so Uwe Fröhlich, der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Volks- und Raiffeisenbanken (BVR).

"Die Folge wäre möglicherweise eine Zentralisierung des Bankwesens - was auch nicht im Sinne des Kunden sein kann", so Fröhlich.

Auch für die Sparkassen und privaten Banken hatte es in der letzten Zeit mahnende Stimmen gegeben: "Die aufwendigen Regulierungen und die kleinen Margen durch die Niedrigzinsphase könnten dazu führen, dass Filialen geschlossen werden müssten, Stellen gestrichen würden und auch die Zahl der Banken sich verringern werde - möglicherweise mit der Folge, dass es in kleineren Orten dann keine Bank mehr gebe."

Die Erträge sind in der Niedrigzinsphase geringer, so Fröhlich weiter, zugleich gibt es zusätzlich Kosten durch  Regulierung - alle Banken müssen deshalb an der Kostenschraube drehen. Filialen zu schließen werde nicht reichen: Es gehe darum, ganze Geschäftsmodelle zu überprüfen und sich schlanker aufzustellen.

Unser Institut hat diese Brisanz sehr frühzeitig erkannt  und sich mit diesem Thema seit langem beschäftigt.  Vorausschauend haben wir bereits 2008 unser Geschäftsmodell stringent weiterentwickelt und in einem fortgeschriebenen Strategiepapier, den Agenden 2015, 2018 und 2020 manifestiert.

In diesem Papier wurden die für Bank, Kunden und Mitglieder wichtigsten Punkte - Aufrechterhaltung der regionalen Präsenz, soziales, sportliches und kulturelles  Engagement im Wirtschaftsbereich, keine Schließung von Zweigstellen und Einstellung weiterer Mitarbeiter zur Bearbeitung des Wachstums - festgeschrieben. Dazu wurden neben dem fortlaufend wachsenden Bankgeschäft neue Geschäftsbereiche entwickelt, um diese Ziele zu erfüllen.

Exemplarisch soll an dieser Stelle nur ein Bereich unseres Hauses erwähnt werden: das ungewöhnliche Engagement im Bereich der Erneuerbaren Energien. Der Erfolg auf diesem Gebiet basiert auf der hohen regionalen Wertschöpfungstiefe von Planung, Errichtung und Betreibung der bankeigenen Energieanlagen. Diese Aktivität versetzt uns unter anderem in die Lage, den ureigensten Genossenschaftsgedanken, die Förderung seiner Mitglieder umzusetzen. Durch diese Erweiterung unserer Geschäftstätigkeit ist es uns möglich, eine stabile und nachhaltige Ertragsquelle zu generieren.
Durch dieses Geschäftsfeld sind wir mittlerweile einer der größten Grünstromproduzenten in Thüringen.